Es tritt der Mensch in jedes Alter als Novize ein.
Wer jung ist, soll nicht zögern zu philosophieren, und wer alt ist, soll nicht müde werden im Philosophieren. Denn für keinen ist es zu früh und für keinen zu spät, sich um die Gesundheit der Seele zu kümmern.
In der Jugend lernt, im Alter versteht man.
Jugend hat kein Alter.
Ich sage die Wahrheit, nicht ganz in dem Maße, wie ich es möchte, aber doch so weit, wie ich sie zu sagen wage, und indem ich älter werde, wage ich es ein bisschen mehr.
Nichts macht schneller alt, als der immer vorschwebende Gedanke, dass man älter wird.
Nicht Alter kommt zur Weisheit, sondern die Vernunft.
Wenn die Erinnerung an die Jugend nicht wäre, so würde man das Alter nicht verspüren, nur, dass man das nicht mehr zu tun vermag, was man ehemals vermochte, macht die Krankheit aus. Denn der Alte ist gewiss ein eben so vollkommenes Geschöpf in seiner Art als der Jüngling.
Wenn man selbst anfängt alt zu werden, so hält man andere von gleichem Alter für jünger, als man in früheren Jahren Leute von eben dem Alter hielt.
Am 10. Oktober 1793 schickte ich meiner lieben Frau aus dem Garten eine künstliche Blume aus abgefallenen bunten Herbstblättern. Es sollte mich in meinem jetzigen Zustande darstellen; ich ließ es aber nicht dabei sagen.
Die Menschen nutzen wahrhaftig ihr Leben zu wenig; es ist also kein Wunder, dass es noch so einfältig in der Welt aussieht. Womit bringt man sein Alter hin? Mit Verteidigung von Meinungen; nicht weil man glaubt, dass sie wahr sind, sondern weil man einmal öffentlich gesagt hat, dass man sie für wahr halte. Mein Gott, wenn die Alten ihre Zeit doch lieber auf Warnung verwenden wollten! Freilich, die Menschen werden alt, aber das Geschlecht ist noch jung. Es ist wirklich ein Beweis, dass die Welt noch nicht alt ist, dass man hierin noch so zurück ist. Wenn doch die Alten mehr sagen wollten, was man vermeiden muss, und was sie hätten tun müssen, um noch größer zu werden, als sie geworden sind!
Lebe ein gutes, ehrbares Leben! Wenn du älter bist und zurückdenkst, wirst du es noch einmal genießen können.
Jedes Alter hat seine Vergnügungen, seinen Geist und seine Sitten.
Denn vom Standpunkte der Jugend aus gesehn, ist das Leben eine unendlich lange Zukunft; vom Standpunkte des Alters aus, eine sehr kurze Vergangenheit.